Januar: Winterwanderung im Deister

Die Vorhersage hatte typisches Winterwetter prophezeit. So kam es dann auch, viele Schneeflocken verwandelten Ingeln-Oesselse in eine Winterlandschaft. Doch der Wanderwart kann sich auf seine Wanderer immer verlassen, sie sind absolut wetterfest! Zunächst ging es mit Autos zur Bantorfer Höhe, wo die Wanderung durch den verschneiten Wald begann. Der Heisterburgweg führte die Wanderer Richtung Teufelsbrücke. Die Brücke selbst gibt es nicht mehr, aber die Stelle hat den Namen behalten. Eine alte Sage erzählt hierzu, dass sich ein Jäger aufmachte, um einen Hirsch zu schießen. Nachdem er lange glücklos blieb, gelang es ihm, einen kapitalen Hirsch zu erlegen. Dieser lag auf der anderen Seite eines Baches, den er nicht queren konnte. Da erschien ihm der Teufel und bot an, eine Brücke zu bauen, wenn er dafür die Seele des Jägers bekäme. Die Wanderroute führte weiter zur Königsallee und auf dieser durch das Bullerbachtal zum schön gelegenen Naturfreundehaus.


Juni: Durch das Naturschutzgebiet Otternhagener Moor

Bei herrlichem Wetter trafen sich nur frohgelaunte Wanderer und fuhren gemeinsam mit Bus und Bahn über Gleidingen, Langenhagen und Schulenburg nach Resse. Hier verließen die Teilnehmer der längeren Wanderstrecke den Bus. Die Teilnehmer der kürzeren Strecke fuhren weiter bis nach Negenborn und wurden dort von Wanderfreund Dietrich in Empfang genommen. Er führte die Gruppe am nördlichen Rand des Otternhagener Moores entlang durch Wald und Flur über Scharrel bis “Auf dem Borngrund“ im Neustädter Ortsteil Metel. Die Teilnehmer der längeren Tour wanderten mit Wanderwart Horst ab Resse am südlichen Rand des Otternhagener Moores entlang Richtung Otternhagen, dann weiter nach Scharrel und von dort auch bis nach Metel/Auf dem Borngrund.

Die Wanderung entlang des Naturschutzgebietes Otternhagener Moor war ein Erlebnis. Einige hungrige Mücken leisteten den Wanderern gerne Gesellschaft, und aufgrund des starken Regens der letzten Tage mussten viele kleine Tümpel auf dem schönen Wanderweg zur allgemeinen Freude im Slalom umlaufen werden. Die Wanderer erhielten auch besonders schöne Einblicke in die vielfältige Moorlandschaft, die im Sonnenschein mystisch schimmerte und schillerte. Darüber hinaus gab es am Wegesrand interessante Informationstafeln zu Themen wie der hannoverschen Moorgeest, den Moorfröschen und den Kranichen, die im Otternhagener Moor brüten.

Das Otternhagener Moor, ein relativ naturnahes Hochmoor, charakteristisch mit offenen Moorflächen und Moorheiden, Wollgräsern und Torfmoosen wurde schon im Jahr 1970 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Die ehemaligen Torfstiche befinden sich heute in unterschiedlichen Entwicklungs- und Regenerationsstadien. Auch an der Entwässerung des Moores wurde viel verändert, denn eine ganzjährige konstante Höhe des Wasserstandes ist die wichtigste Voraussetzung für den Erhalt sowie die Ausbreitung und Ansiedlung der vielen hochmoortypischen Tier- und Pflanzenarten.

Die Mittagspause verbrachten alle 26 Teilnehmer gemeinsam bei gekühlten Getränken, gegrillten Würstchen, Salaten und Eis am Stil auf dem Wochenendgrundstück der Familie Kossack. Wir bedanken uns noch einmal ganz herzlich für die hervorragende Gastfreundschaft. Anschließend ging es mit Bus und Bahn über Neustadt, Hannover und Gleidingen zurück nach Ingeln-Oesselse.


Mai: Rund um den Tetzelstein

Der Elm ist ein ca. 25 km langer und bis zu 8 km breiter Höhenzug zwischen den Orten Königslutter, Schöppenstedt und Schöningen und liegt im Naturpark Elm-Lappwald. Die höchste Erhebung des Elms ist mit 323 m das Eilumer Horn. Im ca. 8000 ha großen Waldgebiet befindet sich der größte Buchenwald Norddeutschlands. Einige Buchen sind bis zu 30 m hoch und bis zu 150 Jahre alt.

Startpunkt der Wanderungen war der Wanderparkplatz am sagenumwobenen Tetzelstein. Eine weit verbreitete Sage erzählt, dass der Dominikanermönch Johann Tetzel im Jahr 1517 vom Erzbischof Albrecht den II. von Mainz und Magdeburg zum Subkommissar für den Ablasshandel der Kirchenprovinz Magdeburg ernannt worden sein soll. Statt einer Beichte vor einem Priester sollen Sünder damals die Möglichkeit gehabt haben, die Strafe durch den Kauf eines Ablassbriefes zu tilgen. Um das Jahr 1518 herum soll der Johann Tetzel einem Edelmann im Voraus Ablass für einen geplanten Mord verkauft haben. Später soll dieser Edelmann ihn hier in der Nähe des Tetzelsteines überfallen, ermordet und beigesetzt haben.

Auch an diesem Wandertag wurden zwei verschieden lange Wanderungen angeboten, die die Wanderer bei herrlichem Wanderwetter auf schönen Wanderwegen durch den prächtigen Buchenwald mit seinem zu dieser Jahreszeit hellgrünen, in der Sonne glänzenden Blätterkleid führten. Die mit 11 km längere Rundtour führte entlang des Herzbergs, des NSG am Reitling, durch das Hucketal, Lindental, den Düsteren Winkel und auf dem Weißen Weg zurück zum Tetzelstein. Die Teilnehmer der mit 7 km kürzeren Tour wanderten zunächst auf dem Tetzelweg, dann Richtung Langeleben, Osterspring, über den Osterberg und in einem Bogen zum Tetzelstein zurück.


April: Der Laves-Kulturpfad in Derneburg

Wer den Namen Derneburg hört, denkt zuerst an das Schloss Derneburg mit seinem schwungvollen Pagodendach, und an den herrlichen Landschaftspark mit dem bekannten Laves-Kulturpfad. Zunächst wanderten beide Wandergruppen gemeinsam auf dem im Jahr 1988 angelegten Laves-Kulturpfad bis zum Tempel, einem Bauwerk im antiken griechischen Stil. Die Teilnehmer der kürzeren Tour umrundeten dann den Westberg und erreichten in einem großen Bogen über Sottrum wieder das Derneburger Schloss und das Glashaus Holle. Die längere Tour führte die Teilnehmer zunächst durch ein etwas unwegsames Waldstück Richtung Kanzelberg. Dann ging es durch Wald und Flur in einem großen Bogen mit teilweise sehr guter Fernsicht über Hackenstedt, Sottrum und Holle zurück zum Landschaftspark und auf dem Laves Kulturpfad zum Glashaus.

Der Rundweg führte die Wanderer auch zur Pyramide, den Fischerhäusern, der Lavesbrücke, der Mühle, dem Kutscherhaus sowie der Derneburger Teichlandschaft mit dem großen Mariensee. Heute ist die Teichlandschaft Lebensraum vieler Vögel wie z.B. Kormoran und Graureiher.


März: Zu den Märzenbechern auf dem Schweineberg

Auf diesen Wandersonntag hatten sich die Wanderer des TSV Ingeln-Oesselse schon sehr gefreut, denn die letzte Märzenbecher-Wanderung lag bereits vier Jahre zurück und war allen Wanderern noch in sehr guter Erinnerung. Das ca.160 ha große Naturschutzgebiet des Schweinebergs gehört zum Staatsforst Hameln, besteht seit 1947 und beherbergt neben vielen anderen Pflanzenarten das größte natürliche Märzenbecher-Vorkommen in Norddeutschland. Oben auf der 278 m hohen Kuppe war der Schweineberg mit sehr großen und kleineren Teppichen voller Märzenbecher in voller Blüte bedeckt und waren als Kontrast zum rostbraunen Rotbuchenlaub des Vorjahres eine tolle Augenweide. Der Rundkurs führte dann am Steinhügelgrab aus der frühen Eisenzeit, (ca. 800 v. Christi) vorbei und die zum Teil über 200 Jahre alten und die interessantesten Bäume des Waldes konnten auf dem Baumlehrpfad bewundert werden.

Die Heisenküche, ein im Jahr 1794 erbautes Forstgebäude und jahrelanger Wohnsitz des zuständigen Revierförsters, hat sich im Laufe der Jahre zu dem jetzigen Gasthaus entwickelt. Hier wurden beide Wandergruppen schon erwartet. Nach der Pause trennten sich beide Gruppen wieder und wanderten auf verschiedenen Wegen durch den Friedrichswald, um den Basberg, den Morgenstern und auf dem Doktor-Jakobi-Weg zum Parkplatz zurück.


Februar: Durch den verschneiten Hildesheimer Wald

Bei Schneeregen und stark bewölktem Himmel machten wir uns per Auto auf in den südlich von Hildesheim gelegenen Hildesheimer Wald, den größten, hauptsächlich mit Buchen bewaldeten, und mit bis zu 359 m höchsten Höhenzug des Innersteberglands. Die kürzere Tour führte die Wanderer durch den Sorsumer Wald. Auf dem Kammweg ging es zum Sonnenberg mit dem Hildesheimer Aussichtsturm und zur Mittagspause in der schön gelegenen Waldgaststätte aus dem 
Jahr 1881.

Die Teilnehmer der längeren Tour wanderten vorbei am Lerchenberg, durch den Emmerker Wald, auf den 257 m hohen Escherberg und auf dessen Kammweg bis zum Hildesheimer Aussichtsturm. Hier oben hatte der Schnee den Wald in eine schöne Winterlandschaft verwandelt. Die Fahrgeräusche der Fernverkehrszüge, die im Escherbergtunnel unterwegs waren, konnte man gut wahrnehmen. Der Escherbergtunnel ist der nördlichste Eisenbahntunnel der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg. Er wurde im Jahr 1991 fertiggestellt, ist 3687 m lang und führt die Fahrstrecke aus dem nördlichen Hildesheimer Wald bis ins Tal der Beuster. In der Waldgaststätte hatte der Wanderwart für alle Teilnehmer Essen bestellt. Gut gestärkt und sehr gut gelaunt machten sich beide Gruppen dann gemeinsam auf die letzte Etappe zum Parkplatz. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es wieder eine sehr schöne Wanderung war.


Dezember 2015: Adventswanderung und Weihnachtsfeier

Am dritten Adventssonntag stand für die Wanderabteilung des TSV Ingeln-Oesselse die letzte Wanderung im Jahr und die Adventsfeier auf dem Programm. In diesem Jahr war eine Wanderung auf der Sarstedter-Giftener-Seen-Route geplant. Vom Bahnhof Sarstedt führte die Wanderung am 1901 erbauten Dammackerhof vorbei zum Naherholungsgebiet Giftener Seen im Urstromtal der Leine. Neben Wassersportlern erkunden auch viele Wanderer, Spaziergänger oder Radfahrer das Seengebiet mit seiner Naturvielfalt und beobachten die vielen Wasservögel, die hier wie im Paradies leben können.

Durch den Regen der letzten Zeit hatten sich auf den Wanderwegen viele Wasserlöcher gebildet, so dass die Wanderer den Blick stets auch auf den Boden richten mussten. An einer Stelle war der Weg überschwemmt und erforderte einen kurzen Umweg über Feld und Wiese, bevor es auf dem Welfenweg Pattensen-Sarstedt-Schulenburg Richtung Giften ging, dessen erste urkundliche Erwähnung bereits im Jahr 1223 erfolgt war. Am Giftener See entlang und an der Gedenkstätte der Marine Kameradschaft Sarstedt vorbei wurde der Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht.

Am Nachmittag fand dann die gemütliche Adventsfeier im Klubraum des TSV Ingeln-Oesselse statt. Fleißige Helfer hatten den Tisch schön weihnachtlich geschmückt, ein Büfett mit selbstgebackener Torte und Kuchen war aufgebaut und die Wanderer konnten sich ausgiebig stärken und über die Ereignisse des Wanderjahres plaudern.